Kauf einer Rettungsweste

Empfehlungen zum Kauf einer Rettungsweste fürs Rudern im kalten Wasser.

Man sieht und spürt es: Nebel steigen auf, die Wassertemperatur des Rheins liegt nicht mehr im Wohlfühlbereich, die kalte Jahreszeit beginnt. So wie man im Auto einen Gurt anlegt oder beim Radfahren einen Helm trägt, sollte man beim Rudern im kalten Wasser ( > 15° C ) eine Rettungsweste tragen. Im Heft 4/2012 des „roter Stern“ (Vereinszeitschrift der KRV 1877) wurde beschrieben, welche Folgen ein Sturz ins kalte Wasser haben kann, z.B. Kälteschock, Hyperventilation, Verlust der Orientierung, Unterkühlung, Handlungs-unfähigkeit, Ohnmacht. Wer in einer solchen Situation eine Rettungsweste trägt, hat erwiesenermaßen eine höhere Überlebenschance.

Wer ins Fachgeschäft geht um eine Rettungsweste zu kaufen, hat die Qual der Wahl. Die meisten Rettungswesten wurden für die Berufsschifffahrt und den Einsatz auf Motor- und Segelyachten konzipiert und sind fürs Rudern ungeeignet. Eine Rettungsweste für Ruderer, speziell fürs Rudern im kalten Wasser, muss folgenden Anforderungen genügen: Sie muss Bewegungs-freiheit und Tragekomfort bieten, sonst wird sie nicht angelegt. Sie muss ohnmachtssicher sein, d.h. Mund und Nase eines Ohnmächtigen über Wasser halten. Sie muss beim Eintauchen ins Wasser automatisch auslösen, d.h. durch eine CO2 Patrone (Kohlendioxyd) aufgeblasen werden. Personen mit 40 – 120 kg sollten Westen mit einem Auftrieb von 150 N ( ? 15 kg ) tragen. Westen mit mehr Auftrieb, z.B. 275 N für Segler, sind zu schwer und zu voluminös und hindern deshalb beim Rudern.

Rettungswesten werden immer über der Kleidung getragen. Das muss so sein, denn wenn eine 150 N Rettungsweste auslöst, wird ihr Auftriebskörper sekundenschnell mit 15 Liter Kohlendioxyd aufgeblasen, und das braucht Platz zum Entfalten. Rettungswesten werden in einer Einheitsgröße angeboten und sind in der Weite verstellbar. Das ist wichtig, denn bei klirrender Kälte trägt man nach dem Zwiebelprinzip viele Lagen und darüber die Rettungsweste, im warmen Frühjahr mit noch kalten Wassertemperaturen dagegen nur ein T-Shirt und die Rettungsweste, die dann in der Weite angepasst wird. Rennruderer müssen für sich entscheiden, wann sie eine Rettungsweste brauchen und ob diese den oben empfohlenen Anforderungen in allen Punkten entsprechen muss.

Die in der umstehenden Tabelle aufgeführten Rettungswesten wurden anhand der aufgeführten Kriterien ausgesucht. Es sind alles ohnmachtssichere Automatikwesten mit einem Mindestauftrieb von 150 N ( ? 15 kg ).

Übersicht der Rettungswesten

Ein herzliches Dankeschön geht an Burghard Schack, Mitglied des Kölner Rudervereins 1877, der diese Informationen zusammengestellt hat.